Wochenendausflug nach Mindo

Dieses Wochenende habe ich mit einer Gruppe von vier anderen Mädchen einen Ausflug nach Mindo gemacht. Wir haben uns am Samstag um 7:30 morgens an der Plaza Foch getroffen und sind dann erst mal eine halbe Stunde zur Busstation der Ecovia gelaufen.

Anreise

Die Ecovia ist ein spezieller Bus, der eine eigene Spur in der Mitte der großen Straßen hat und nicht so oft hält wie ein normaler Bus. Sie ist immer völlig überfüllt und die Busse fahren sehr stürmisch und man wird ständig hin und her geworfen. Außerdem muss man in dem Gedränge echt auf seine Sachen aufpassen. In der Ecovia waren wir eine weitere halbe Stunde.
An der großen Busstation La Ofelia, sind wir dann in den Reisebus nach Mindo gestiegen. Die Fahrt hat 2h15 gedauert.

Dort angekommen gab es erst mal Empañadas con pollo (Teigtaschen mit Hühnchen) an einem Straßenstand und Obst aus einem Supermarkt zum Mittagessen. Danach haben wir zur Sicherheit die Bustickets für die Rückfahrt gleich am Mittag gekauft, um sicher einen Platz zu bekommen und nicht in Mindo zu stranden 😉

Canopy / Zip-Lining

Mit einem Pick-Up gings dann zur ersten Aktivität: Zip-Lining, oder auf Spanisch Canopy! Wir durften hinten auf der Transportfläche sitzen. das war schon mal ein Highlight 😀 Zip-Lining bedeutet, dass man einen Klettergurt anhat und man mit Karabinern an zwei Stahlseilen befestigt wird, die über eine Schlucht / einen Abgrund / ein Tal führen, und man dann an den Stahlseilen rüberfährt. Insgesamt gab es 10 Linien hintereinander und wir hatten zwei Guides, die unsere Gruppe geleitet haben. Vor dem ersten hatte ich schon Respekt, aber dann war es supercool! Es macht echt mega Spaß und man kann verschiedene mehr oder weniger verrückte Sachen machen: Kopfüber; „Mariposa“ (Schmetterling): Ein Guide hält einen an den Füßen fest und man lässt sich selbst nach unten baumeln; „Superman“: Ähnlich wie wenn man „Schubkarre“ auf der Wiese macht. Der Guide hält einen auch an den Füßen fest, aber man liegt quasi auf dem Bauch und schaut nach unten.
Wir haben unsere Handys dabeigehabt und uns gegenseitig gefilmt und photographiert und hatten viel Spaß 😀 Ich habe alle Variationen einmal gemacht, den Mariposa bei der letzten Linie, er längsten und höchsten, 500m lang und 150m hoch! Aber eigentlich macht es ja keinen Unterschied, wie hoch das jetzt genau ist ^^

Zurück in Mindo: Tour de Chocolate

Nach der Canopytour, die mit Hin- und Rückfahrt ungefähr zwei Stunden gedauert hat, hatten wir noch genug Zeit für noch eine Aktivität und da haben wir uns für eine Tour de Chocolate entschieden. Dabei haben wir erfahren, wie Schokolade hergestellt wird, von der Kakaobohne über das Trocknen und Rösten, bis zur Herstellung der Schokolade und dem Hinzufügen von verschiedenen Geschmäckern. Außerdem haben wir etwas über die Geschichte des Kakaos von den Azteken bis zu den Spaniern gehört.

Zu Abend gegessen haben wir in einem kleinen, süßen Restaurant, wo zu Beginn sogar Musik gemacht wurde: Eine Frau mit einer Trommel hat gesungen und ein Mann mit einer um den Fuß gebundenen Rassel hat Flöte gespielt, das war sehr schön 🙂

Wir saßen noch auf dem Dach von unserem Hostel, von dem aus man eine ganz schöne Umsicht auf das Dorf und die Umgebung hatte, aber den Sonnenuntergang konnten wir wegen zu vieler Wolken leider nicht sehen.

Wanderung zu Wasserfällen

Am Sonntag sind wir um 7 Uhr morgens aufgestanden. Unser Gepäck konnten wir freundlicherweise in der Herberge lassen. Danach haben wir uns in einer Bäckerei Empañadas und Schokobrötchen fürs Mittagessen gekauft und sind dann zu einem Kolibrigarten gegangen, wo uns für für drei Dollar ein komplettes Frühstück (Ananas, Saft, Rührei bzw. Spiegelei, Brötchen, Butter, Marmelade und Kaffee) serviert wurde und wir sogar ein paar Kolibris sehen konnten. Von dort aus haben wir wieder ein Taxi (also einen Pickup :D) zur Tarabita (Seilbahn) genommen, die uns über ein Tal hinweg auf die andere Seite gebracht hat, von wo aus unsere kleine Wanderung begann. Elena hat uns noch erzählt, dass sie mit einem Mann von der Tarabita geredet hat und der ihr erzählt hat, dass die mit einem alten Motor von einem Nissan betrieben wird, und der saß tatsächlich da mit Gangschaltung und Gas- und Bremspedal, fehlte nur das Lenkrad 😀

Da wir so früh aufgestanden waren, waren wir die ersten und hatten den Wanderweg ganz für uns allein. Man musste von der Tarabita aus erst mal nach unten ins Tal laufen, bevor man dann beim untersten Wasserfall angefangen hat, wieder hochzugehen. Insgesamt gab es fünf Wasserfälle. Der Wanderweg war supergut gepflegt, mit Stahlgeländern, Betontreppen und kleinen Brücken. Trotzdem habe ich mich mit dem ganzen grünen Dickicht und der hohen Luftfeuchtigkeit sehr wie im Dschungel gefühlt, es war toll! Auf dem Rückweg kamen uns dann regelrechte Menschenmassen entgegen, es war also gut, dass wir so früh losgegangen waren! Nach den fünf kleineren Wasserfällen sind wir noch zum größten gegangen, der Cascada Nambillo. Dazu mussten wir fast wieder bis ganz hoch zur Tarabita und dann eine andere Wegabzweigung nehmen. Dort waren dann schon auch ganz schön viele Leute, weil das die beste Badestelle ist.

Es war echt ganz schön kalt! 😀 Die Strömung war von dem Wasserfall so stark, dass man kaum dagegen anschwimmen konnte, und es war auch stellenweise so tief, dass ich gerade noch so stehen konnte. Aber nach der Wanderung in der schwülen, warmen Luft war diese Abkühlung genau das Richtige!

Heimreise

Zurück in Mindo haben wir noch ein kleines Nickerchen auf einer Wiese im Park gemacht und nach einem (Nach-)Mittagessen (es war halb vier) gings dann mit dem Bus zurück nach Quito. Diesmal haben wir dann ein Taxi statt der Ecovia genommen, das war viel besser, obwohl wir uns mit unseren Rucksäcken zu viert auf die Rückbank gequetscht haben 😀

Es war ein cooler Wochenendetrip und ich fand es krass, dass wir alle einander noch nicht mal eine Woche kennen und dann zusammen durch den Urwald gestapft sind! 😀

 

 


Galerie aller Photos von Mindo:

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